Stolpersteine für Kleve

Gedenken an jüdische Mitbürger – Opfer des Nationalsozialismus

Stolpersteine705

 

Stolpersteinverlegung am 22. November 2016

Die AG Geschichte hat lange daran gearbeitet, jetzt ist es soweit: Am 22.11.2016 werden die ersten Stolpersteine in Kleve verlegt. An vier Orten in der Kavarinerstraße und in der Tiergartenstraße wird der Urheber der Stolpersteinaktion, der Künstler Gunter Demnig aus Köln, insgesamt 17 Stolpersteine verlegen. Die Erstverlegung wird etwa 2 Stunden in Anspruch nehmen und in ein kurzes Programm mit Texten und Musik eingebunden sein. Um 18.00 Uhr wird der Künstler im Museum Haus Koekoek zu seiner Idee „Stolpersteine und Wege“ einen Vortrag halten.

Kavarinerstraße 31
Hedwig Müller geb. Bernhard
Wilhelm Müller

Kavarinerstraße 42
Helene Gonsenheimer geb. Gompertz
Bernhard Gonsenheimer
Ernst Gonsenheimer
Else Gruenewald geb. Gonsenheimer
Friedrich Gonsenheimer
Ilse Gonsenheimer geb. Spanier

Tiergartenstraße 14
Erna Franken geb. Löwenthal
Aron Franken
Ellen Fargate geb. Franken
Horst Franken

Tiergartenstraße 24
Sophie Gonsenheimer geb. Löwenstein
Henny Gonsenheimer
Max Gonsenheimer
Paul Gonsenheimer
Jenny Löwenstein geb. Berg

gunter-demnig22112016Gunter Demnig im Haus Koekkoek (Foto Thomas Velten)

Vortrag von Ron Manheim

Als mein bereits im August 1942
in Auschwitz ermordeter Onkel Sjaak
kurz vor seiner Deportation
von der erneuten Schwangerschaft
seiner Schwägerin, meiner Mutter hörte,
und dazu erfuhr,
dass sie darüber alles andere als erfreut sei,
schrieb er ihr, sie solle sich freuen,
denn es bedeute doch neues Leben,
es bedeute Zukunft!

Es betraf mich.
Und es ist mir daraus
eine dauerhafte Verpflichtung
zum Denken und Handeln erwachsen.

Onkel Sjaak wár eigentlich kein Jude.
Sein Bruder, mein Vater, war es wohl,
und seine Eltern
wie wohl auch der größte Teil
der ganzen Verwandtschaft.

Aber Onkel Sjaak
war Rotterdamer Weltbürger,
den nichts als seine Sohnschaft,
seine unmittelbare Verwandtschaft,
mit dem Judentum verband,
der seine Identität nicht im Judentum fand,
sondern in der Musik und im Kabarett.

Als es wenige Wochen vor seiner Deportation hieß,
Juden dürften keinen Kontakt mehr
mit Nicht-Juden pflegen,
stellte er erschrocken fest,
in die Einsamkeit gestürzt worden zu sein.

„Ich habe ja keine jüdischen Freunde“,
schrieb er…
Ihn überfiel ein Judentum,
das  die rassistische Ideologie der Besatzungsmacht
ihm aufoktroyierte.

Könnte ich ihn heute
einen ehemaligen jüdischen Mitbürger
der Stadt Rotterdam nennen?
Natürlich NICHT!

Die Konsequenz dieser Überlegung ist,
dass ich heute,
da ich nur von ganz wenigen
der ermordeten Klever weiß,
ob und in wie fern
sie ihre Identität mit dem Judentum verknüpften,
lieber von Klever Bürgerinnen und Bürgern spreche,
die aufgrund einer rassistischen Ideologie
diskriminiert, ausgesondert, malträtiert, bestohlen, erniedrigt, verjagt und ermordet wurden.

Um diese Menschen geht es heute!

Der Verein Haus der Begegnung – Beth HaMifgash hat mit voller Unterstützung des Rates
und der Verwaltung der Stadt Kleve
die Aufgabe übernommen,
diesen rassistisch verfolgten,
verjagten oder ermordeten Menschen
in die Erinnerung der Klever Bevölkerung zurückzuholen.

Nicht mit ihrem damals vorhandenen
oder
ihnen von Rassisten aufoktroyierten Judentum,
sondern mit ihrer bürgerlichen Geschichte.

Sie waren Bürgerinnen und Bürger,
und wie auch immer sie sich selbst definierten,
für uns sollten Sie in aller ersten Linie dies sein:
ehemalige Klever Bürgerinnen und Bürger.

Das hat zur Entscheidung
für diese Form des Gedenkens geführt:

Wir verlegen Stolpersteine, Steine,
die durch ihre Beschriftung
und durch ihren Verlegungsort daran erinnern,
dass damals Menschen
verfolgt, verjagt, ermordet wurden,
die nur und ausschließlich
aufgrund einer verbrecherischen rassistischen Ideologie
zu ANDEREN gemacht wurden,
zu Lebewesen, die nicht dazugehörten,
die weniger wert seien,
eigentlich gar keine Werte vertraten
außer negative.

Wir holen sie zurück,
nicht nur mit ihren Namen,
Jahreszahlen
und der Verbindung
zu den Häusern und Wohnungen,
sondern
sofern es uns gelingt,
auch mit ihrer Lebensgeschichte.

Wir gehen den unbedingt notwendigen Schritt
über das Gedenken am Synagogenplatz hinaus,
der ja zu Recht
die Erinnerung an eine Religionsgruppe aufrechterhält.
Ab heute aber bringen wir
die aus niedrigen, verbrecherischen rassistischen Gründen
Verfolgten
in unser städtisches, bürgerliches Leben zurück.

Meine Damen und Herren,
im Haus der Begegnung an der Reitbahn,
in unmittelbarer Nachbarschaft des Synagogenplatzes
werden wir in wenigen Jahren
nicht nur unser Zentrum
für Begegnung
und gegen jedwede Form von Diskriminierung haben,
wir werden dort auch
die Geschichte des Klever Judentums dokumentieren, von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert
bis zu seinem Ende
in der Zeit des Nationalsozialismus,
aber wir werden dort auch an das bürgerliche Leben erinnern,
das bürgerliche Leben von Menschen,
die Teil der jüdischen Gemeinschaft waren,
und von Menschen,
die in dieser Gemeinschaft ihre Wurzeln hatten.
Wir werden auch dort erinnern
an Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kleve.

 

Berichterstattung in der örtlichen Presse:

stolpersteine-bericht-nrz-23-11-2016stolpersteinverlegung-rp-23-11-2016klever-wochenblatt-12-11-2016

http://www.lokalkompass.de/kleve/politik/die-ersten-17-stolpersteine-in-kleve-sind-verlegt-d715191.html/action/recommend/1/

Stolpersteinverlegung am 16. Februar 2017

Stolpersteinverlegung am 16. Februar 2017

Bürgermeisterin Sonja Northing begrüßte die Anwesenden und sprach folgendes Grußwort:
heute ist wieder ein besonderer Tag für Kleve. Innerhalb von drei Monaten findet heute eine weitere Verlegung von Stolpersteinen statt – 24 an der Zahl. Es war für mich selbstverständlich, auch an dieser Verlegung teilzunehmen und zu sprechen. Es ist mir besonders wichtig, hier sein zu dürfen.
Meine Damen und Herren,
haben Sie noch die Vereidigungsrede des US-Präsidenten Donald Trump im Ohr? Ich zitiere aus der „Zeit“ vom 26. Januar:
„Wir wollen arbeiten, aber das Volk selbst, es muss mithelfen. Es soll nie glauben, dass ihm plötzlich Freiheit, Glück und Leben vom Himmel geschenkt wird. Alles wurzelt nur im eigenen Willen, in der eigenen Arbeit (…). Glaube niemals an fremde Hilfe, niemals an Hilfe, die außerhalb unserer eigenen Nation, unseres eigenen Volkes liegt. In uns selbst allein liegt die Zukunft des amerikanischen Volkes. Wenn wir selbst dieses amerikanische Volk emporführen durch eigene Arbeit, durch eigenen Fleiß, eigene Entschlossenheit, eigenen Trotz, eigene Beharrlichkeit, dann werden wir wieder emporsteigen – genau wie die Väter einst auch Amerika nicht geschenkt erhielten, sondern selbst sich schaffen mussten.“

Meine Damen und Herren,
Sie sind einer Fake News aufgesessen. Es handelt sich nicht um die Vereidigungsrede von Donald Trump. Obwohl der Tenor eindeutig „Amerika first“ lautete. Ersetzen wir die Wörter amerikanisch und Amerika durch deutsch und Deutschland.
Was bleibt dann?
Sie hörten gerade einen Ausschnitt aus Hitlers Rede nach der Machtergreifung.
Beängstigend, nicht wahr?!
Wozu Hitlers Rede führte, wissen wir!
Etwas, was wir nie wieder erleben möchten. Etwas, was wir mit aller Kraft verhindern werden.
Deswegen gedenken wir und deswegen verlegen wir auch diese Stolpersteine – um nicht zu vergessen! Vergessen, was vor über 70 Jahren passiert ist. Die grauenvollen Bilder, die um die Welt gingen. Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert oder vertrieben wurden.
Ständig fragen wir uns, wie wir Menschen unseren Mitmenschen so etwas antun konnten. Wieso konnten die Nazis ihren Rassen- und Größenwahn so ungehindert umsetzen? Warum nur gab es so wenig Widerstand? Warum machten so viele Deutsche, auch in Kleve, mit oder sahen weg?

Meine Damen und Herren,
umso wichtiger ist es, dass wir nicht vergessen. Wir stolpern sozusagen über die grausamen Taten der NS-Zeit und verbeugen uns vor den Opfern. Da ist kein Ausweichen, kein Wegschauen mehr möglich.

Heute verlegen wir hier an dieser Stelle vier Stolpersteine, die an Familie Weyl erinnern und zwar an
David Weyl
Sophie Weyl geb. Jonas
Hans Weyl und
Trude Heimann geb. Weyl
Es ist für mich eine Ehre, auch Frau Eva Weyl als Familienangehörige begrüßen zu dürfen.
Liebe Frau Weyl, ich freue mich, dass Sie und Ihre Söhne heute hier sind, um der Verlegung zum Gedenken an Ihre Familie beizuwohnen.
Wie wir alle wissen, ist Frau Weyl für die Erinnerungskultur in der Stadt Kleve von großer Bedeutung. Als Zeitzeugin berichtet sie in den Schulen und bei Gedenkveranstaltungen von ihren Erlebnissen und macht die Schüler, wie sie sagt, zu ihren Zweitzeugen. Vielen, vielen Dank dafür!
Aber natürlich möchte ich auch die anderen Klever Namen vorlesen, die ab heute keine anonymen Opfer mehr sind und wieder in unserem Bewusstsein und mitten in der Stadt unter uns leben. Sie haben ihre Namen aus Respekt und Menschlichkeit zurückerhalten:
Emil Leffmann
Erna Leffmann
Erich Leffmann
Dr. Hilde Leffmann
Kurt Leffmann
Ernst Leffmann
Hannelore Leffmann
Gustav Meyer
Johanna Meyer geb. Schieren
Renate Meyer verh. Hirsch
Susi Meyer
Alice Meyer
Amalie Bernhard geb. Schieren
Max Meyer
Helene Meyer geb. Bernhard
Werner Jakob Meyer
Fritz Mandelbaum
Erna Mandelbaum
Max Mandelbaum
Heinrich Mandelbaum

Meine Damen und Herren,
die Verlegung von Stolpersteinen und das Gedenken an die Opfer der NS-Zeit ist dauerhafte Aufgabe der Stadt Kleve und ihrer Bürger. Mit der Verlegung der Stolpersteine wird die Erinnerung an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger wach. Und wir müssen wach werden. Wach, um die Anfänge zu erkennen. Damit es bei „nie wieder“ bleibt!

Abschließend bedanke ich mich von Herzen beim Verein Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e. V. für die wertvolle Arbeit zur Verlegung der Stolpersteine. So konnte nun innerhalb kurzer Zeit bereits die zweite Verlegung von Stolpersteinen stattfinden.

Auch den Schülerinnen und Schülern der Ganztagsrealschule Hoffmannallee, der Sekundarschule und der Gesamtschule danke ich für die wertvollen beeindruckenden Beiträge zur Aufarbeitung der grausamen Taten. Danke auch an die städtische Singgemeinde sowie Herren Gietemann und Behrens für Ihre Gedenkbeiträge, die wir später noch hören werden.
Lieber Herr Demnig, auch Ihnen gilt wieder mein Dank für die Verlegung der Steine.
Ich danke Ihnen allen für Ihr Wachsein! Vielen Dank!

Lindenallee 32a – 34

Beitrag der Klasse 10a der Ganztagsrealschule Hoffmannallee:

Ein Gespräch in der Stadt vor einigen Wochen

A: Ich habe mir gerade ein paar Turnschuhe bei Galeria Kaufhof geholt.

B: Nicht schlecht. Wusstest du eigentlich, dass da früher das Kaufhaus Weyl gestanden hat?

A: Der Name Weyl sagt mir gar nichts.

B: Das ist eine jüdische Familie, die früher in Kleve gewohnt hat.

A: Woher weißt du denn das?

B: Ein Mitglied der Familie, Eva Weyl, kam in unsere Schule und hat von damals erzählt.

A: Was ist denn so besonders an der Familie?

C: Ihr Urgroßvater hatte in Kleve in der Großen Straße ein Geschäftshaus gegründet, das ihr Großvater David mit seinem Bruder Louis zu einem modernen Kaufhaus erweitert hat. Kaufhaus Weyl eben.

B: Der Familie ging es gut in Kleve. Evas Großmutter Sophie sang z.B. in der Städtischen Singgemeinde. Ihr Vater Hans ging hier aufs Gymnasium und seine Schwester Trude aufs Lyzeum.

A: Ach ja, damals gab es ja noch eigene Schulen für Jungen und Mädchen.

B: Sie wohnten übrigens gar nicht weit von unserer Schule, an der Lindenallee 34 in einem schönen Haus.

C: Aber als die Nazis an die Macht kamen, war die schöne Zeit schnell vorbei. Den Juden wurde das Leben schwer gemacht, die Geschäftsleute wurden boykottiert, viele Juden verloren ihre Arbeit und damit ihre Existenzgrundlage. Evas Vater Hans wanderte schon 1933 nach Arnheim aus. 1936 starb Sophie Weyl. Und als Trude 1937 nach Amerika ausreiste, blieb der Großvater David alleine in Kleve zurück.

B: Erst 1939 gelang ihm die Ausreise in die Niederlande. Vorher hatte er große Teile seines Vermögens abgeben müssen. „Reichsfluchtsteuer“ Und „Judenvermögensabgabe“ nannte man das.

A: Ging es ihm in den Niederlanden denn besser?

B: Nur bis die Deutschen im Krieg auch die Niederlande besetzten. Ab 1942 kamen alle dort lebenden Juden in das Lager Westerbork, auch die Weyls mit ihrer kleinen in Arnheim geborenen Tochter.

A: War das Leben im Lager nicht schlimm?

C: Eva Weyl hat es wie ein großes Dorf beschrieben, mit Schule und Krankenhaus und sogar einem Theater. Nach ein paar Monaten konnte die Familie in eine kleine eigene Baracke ziehen. Hans, ihr Vater, hat erst auf dem Feld und später in der Lagerverwaltung gearbeitet. Es war nicht so brutal wie in anderen Lagern. Eva Weyl spricht vom „schönen Schein“. Denn jeden Dienstag gingen von hier Deportationszüge in die Arbeits- und Vernichtungslager.
B:: David Weyl, ihr Großvater, wurde von Westerbork nach Theresienstadt deportiert. Dort wurde er 1945 befreit, aber er war in dem Ghetto dort schwer krank geworden.
A: Und was geschah mit Eva und ihren Eltern?

C: Sie wurden am 12. April 1945, kurz vor Kriegsende, in Westerbork befreit. Diesen Tag haben sie in den Jahren danach immer gemeinsam gefeiert.

A: Das wusste ich alles gar nicht.

B: Wir ja auch nicht, bis zu dem Besuch. Aber zur Erinnerung an die Weyls werden am 16. Februar an der Lindenallee Stolpersteine verlegt. Wir werden dabei sein, komm doch einfach mit.

Sophie Weyl geb. Jonas
David Weyl
Hans Weyl
Trude Heimann geb. Weyl

Hagsche Straße 9 – 11

Beitrag von Helga Ullrich-Scheyda:

In Anbetracht der augenblicklichen politischen Entwicklungen ist die Frage, wie viel Antisemitismus, Rassismus und völkisches Denken wir akzeptieren, mehr als aktuell.
Wo ziehen wir die Grenze, deren Überschreiten uns zum Widerspruch und Widerstand zwingt?

Vielleicht hilft hier ein Blick in die Vergangenheit.

Die Familie Leffmann lebte seit 1883 hier an dieser Stelle – in einem von Moritz Leffmann erbauten Wohn- und Geschäftshaus.
Sein Sohn Emil war eine glühender deutscher Patriot, Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges und Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse.
Zugleich musste er sich als Jude mit dem zunehmenden Antisemitismus und dem Erstarken der Nationalsozialisten auseinandersetzen.
Als Vorsitzender der Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten bezeichnete er bei einer Veranstaltung zum Thema ‚Der Antisemitismus als Kulturgefahr‘ im Februar 1929 das Verhältnis zwischen Juden und Christen in Kleve noch als „harmonisch“.

Wann war also der Zeitpunkt, an dem die Klever Mehrheitsgesellschaft sich dem Unrecht, das da vor ihren Augen geschah, hätte widersetzen müssen?
Vielleicht im Sommer 1930: als Emil Leffmann mehrfach von einem Klever Nationalsozialisten angegriffen und beleidigt wurde?
Leffmann setzte sich damals zur Wehr und wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 50 RM verurteilt.
Oder unmittelbar nach der sogenannten Machtergreifung 1933: als sich Boykottmaßnahmen gegen jüdische Geschäfte in Kleve schon vor den reichsweit angeordneten Aktionen auch gegen das Kaufhaus Leffmann richteten?
Oder kurz danach: als Leffmanns ältesten Kindern, den Zwillingen Erich und Hilde, die Ausübung ihrer Berufe als Jurist bzw. Ärztin verboten wurde?
Oder 1934: als sein jüngster Sohn Ernst gezwungen wurde, das Klever Gymnasium zu verlassen?
Sein Vater hatte versucht, dies zu verhindern. Aber das Klima in der Klasse und die Anfeindungen seines Klassenlehrers, der in SA-Uniform in die Schule kam, machten dem 11jährigen einen Verbleib schließlich unmöglich.
Oder als Hilde Leffmann 1934 von der SA gezwungen wurde, eine „deutsche Theateraufführung“ – es handelte sich um Schillers „Wilhelm Tell“ – zu verlassen und am nächsten Tag auf offener Straße als „Judenhure“ beleidigt und misshandelt wurde?
Oder war der richtige Zeitpunkt 1937: als Emil Leffmanns Mutter gezwungen wurde, die sogenannte Reichsfluchtsteuer zu hinterlegen?
Ihr Sohn wollte die Sonderbehandlung der Juden nicht hinnehmen und versuchte auf dem Finanzamt seine Rechte zu verteidigen. Dafür kam er für mehrere Monate in „Schutzhaft“. Er habe, so hieß es in diesem Zusammenhang.(Zitat)„ immer noch nicht gelernt, sich dem Zwang, der ihm als Rassenfremden in Deutschland auferlegt ist, zu fügen.“
Oder hätte man in der Pogromnacht im November 1938 eingreifen sollen, als Klever SS-Leute, die zuvor die Synagoge niedergebrannt hatten, ihre Wut am Kaufhaus Leffmann ausließen? Emil Leffmann hatte im Gegensatz zu allen anderen jüdischen Geschäftsinhaber auch hier nicht aufgegeben, sondern sein Geschäft weitergeführt – mit der Folge, dass es nun völlig zerstört wurde. Alle Fensterscheiben und Reklametafeln wurden zerschlagen, die Einrichtung demoliert, sogar die Zentralheizungsanlage mit Äxten zertrümmert, so dass ausströmendes Wasser alles überschwemmte.
Oder im Februar 1939: als das Gebäude zwangsversteigert wurde und die Städtische Sparkasse es sich zu einem Spottpreis aneignete?
Oder als nur wenige Tage später die Familie Leffmann mit ihrer nicht einmal 2jährigen Tochter – nach der Zwangsräumung – das Haus verlassen musste?
Oder schließlich als Erna, Emil und Hannelore Leffmann am 26. Oktober 1941 mit dem ersten Transport aus dem Rheinland ins Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert wurden, bevor sie im September 1942 im Vernichtungslager Kulmhof/ Chełmno durch Autoabgase, die mit einem Schlauch ins Innere eines LKW geleitetet wurden, qualvoll erstickten?

Die Antwort, die sich hieraus ergibt, ist eigentlich klar.
Ich möchte hierzu den SPD-Politiker Hans-Jochen Vogel zitieren.
„Zwingend ergibt sich daraus, dass es zu spät ist, wenn eine extremistische Bewegung die Macht ergriffen und die Demokratie bereits zerstört hat. Die Demokratie und die Menschenrechte müssen schon viel früher verteidigt werden. Nämlich schon dann, wenn antisemitische und ausländerfeindliche Parolen verbreitet werden, wenn der Holocaust geleugnet wird, wenn Gewalt als Mittel der Politik befürwortet und angewendet wird.“
Oder um es mit Charlotte Knobloch, der früheren Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland zu sagen:
„Wenn es bereits brandgefährlich wird, ist es oft zu spät, sich zu wehren. Viel zu leichtfertig vertraut man der Stabilität, zu träge verteidigt man die zivilisatorischen Errungenschaften, zu sorglos sieht man den Entwicklungen zu.“

 

 

 

Beitrag der Jahrgangsstufe 8 der Sekundarschule Kleve:
In einer Zeit, in der sich kürzlich erst ein Politiker negativ über die Erinnerungspolitik in Deutschland äußerte und die Notwendigkeit einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“ sieht, ist es erst recht nötig geworden, sich an das Schicksal der Juden in Deutschland zu erinnern.
Nicht nur, dass wir es den verfolgten Menschen schuldig sind, nein. Ich möchte mich an die Menschen erinnern und finde es wichtig, dass wir eine Gedenkkultur in Deutschland haben.
Ich möchte mir von jemandem, der von einem „Denkmal der Schande in der Hauptstadt“ spricht, nicht sagen lassen, wie ich den von den Nazis ermordeten Menschen gedenke. Diese Menschen, die dabei ums Leben kamen und die Menschen, die überlebt haben, soll man nicht vergessen.
Ich möchte diesen Stimmen, die die Erinnerung an das Schreckliche wegwischen wollen, etwas entgegensetzen.
Sei es ein großes zentrales Denkmal in Berlin, oder ein kleiner, aber bedeutsamer Stolperstein hier in Kleve: Ich möchte mich einsetzen, hier an diesem Ort, hier an dieser Stelle, STOP zu sagen, zu diesen Stimmen. Denn die Wunden, die diese Zeit verursacht hat, sind bis heute nicht verheilt.
Wir Schüler haben eine eigene Meinung zu Anstand und Moral, wir haben eine Verantwortung, zu der wir stehen. Mit diesen Stolpersteinen für die Familie Leffmann zeigen wir Flagge, wir setzen ein Zeichen für eine lebendige Gedenkkultur, die aktueller ist denn je.

 

Erna Leffmann geb. Baruch
Emil Leffmann
Dr. Hilde Leffmann
Erich Leffmann
Kurt Leffmann
Ernst Leffmann (Chanan Leshem)
Hannelore Leffmann

Große Straße 14 – 16

Beitrag von Josef Gietemann:
Schikaniert, gedemütigt und schließlich deportiert. Das Schicksal vieler jüdischer Familien im Dritten Reich. So endet auch die Geschichte der Familie Meyer aus Kleve.
Seit Anfang der 1850er Jahre war der Familienname Meyer in Kleve ein Begriff. Simon Meyer, auch Josef genannt, lernte hier seine spätere Frau Adelheid Benedict kennen. Von ihren Eltern erbten sie das koschere Hotel Benedict, das im Jahr 1890 auf der Großen Straße erbaut wurde. So kam das Hotel in den Besitz der Familie Meyer. Von zweien ihrer vier Kinder hörte man in Kleve später noch häufiger. Sohn Max Meyer führte das Kino an der Herzogbrücke und ihr jüngster Sohn Gustav führte später das Familienhotel weiter. Simon und Adelheid hatten beide das Glück, den Holocaust nicht mehr erleben zu müssen.

Im Jahr 1919 heiratet Gustav Meyer Johanna Schieren aus Neuss, bevor sie nur ein Jahr später das Hotel seiner Eltern übernehmen. Im gleichen Jahr wird Gustav Meyer einer von fünf Stadtverordneten der SPD für die Stadt Kleve, Sparkassenvorstandsmitglied und Vater. Seine älteste Tochter Renate wird am 23. März 1920 geboren. Im Alter von 30 Jahren ist er ein angesehener Mann, durchaus zu beneiden und ein ernstzunehmender Konkurrent für hiesige Hotelbesitzer.

Dreizehn Jahre später. Gustav Meyer hat inzwischen drei Töchter, zwischen sieben und dreizehn Jahren. Seit der Neuwahl im Jahr 1924 ist er nicht mehr Stadtverordneter. Sein Hotel ist Vereinslokal der Sozialdemokratischen Partei und seit kurzem treffen sich dort auch die Mitglieder der Eisernen Front, ein Zusammenschluss verschiedener Parteien, Gruppen und Gewerkschaften gegen den Nationalsozialismus, zu dem auch die SPD gehört.
1933 Hitler wird Reichskanzler und schon bald darauf sind die Auswirkungen davon auch in Kleve zu spüren. Nachdem der Kreisleiter der NSDAP in Kleve Bürgermeister wird, werden viele Sozialdemokraten und Mitglieder der freien Gewerkschaft festgenommen. Darunter auch Gustav Meyer und sein Freund, Parteikollege und ehemalige städtische Beigeordnete Otto Schmidt. Einige von ihnen werden gefoltert und lange in „Schutzhaft“ festgehalten.
Meyer wird zwar ohne vorher gefoltert zu werden nach sechs Wochen entlassen, aber dies ist erst der Beginn einer schrecklichen Zeit für die Familie Meyer.

Ab 1933 wird das Hotellokal immer wieder von SA- Schlägertrupps heimgesucht. Ihr Anführer heißt Dräger. Mehrfach werfen er und seine Leute, die Scheiben des Lokals ein und stiften Unruhe, indem sie mit gehässigen Liedern die Gäste belästigen. Sie sorgen für Tumult, zerschlagen Dinge, die auf den Tischen stehen, werfen einmal sogar die Theke um. Einmal wird Dräger Meyers Frau gegenüber handgreiflich.
Dass Meyer Jude und Sozialdemokrat ist, ist nicht der einzige Grund für die Unruhen in seinem Hotel. Aufgehetzt wurden die Schlägertrupps von dem Pächter der gegenüberliegenden Gaststätte „Zum Schwänchen“, für ihn war es die perfekte Gelegenheit einen unliebsamen Konkurrenten loszuwerden.
Es gelingt ihnen nicht nur Meyer wirtschaftlich in den Ruin zu treiben, nein, auch gesundheitlich setzt ihm die Aufregung um sein Lokal schwer zu. Er leidet schon seit einer Weile an Herzleiden, doch die Demütigung und die Übergriffe auf ihn und seine Familie verschlimmern diese stark.
Immer wieder bittet er bei der Polizei vergeblich um Hilfe, doch die einzige „Hilfe“, die er bekommt, ist die Schließung des Lokals durch die Behörden, denn angeblich sei die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet. Auch nach der Wiedereröffnung, bleibt seine finanzielle Lage schlecht. Die Gäste bleiben aus. Der Verkauf scheint der letzte Ausweg.
1936: Ein Kölner Ehepaar übernimmt das Hotel, es wird „arisiert“ und später als „Kölner Hof“ von ihnen weiterbetrieben.
Meyer und seine Frau müssen ihre Wohnung im Hotel verlassen und sind gezwungen, einen Großteil ihres Besitzes zu verkaufen. Ohne Einkommen und Unterkunft bleibt ihnen nichts Anderes als zwei Zimmer im Hause der jüdischen Familie Gonsenheimer zu beziehen.
In den Jahren darauf gelingt seiner Tochter Renate Meyer, die mittlerweile 19 Jahre alt ist, die Flucht nach England. Nur ein Jahr später stirbt ihre jüngere Schwester Susi mit gerade einmal 18 Jahren in einem Kölner Krankenhaus.

Die letzte Adresse, an der Gustav Meyer, seine Frau Johanna und ihre jüngste Tochter Alice in Kleve leben ist, wie auch bei fast allen anderen Klever Juden, das sogenannte „Judenhaus“ am Spoykanal. Dort verbringen sie das letzte halbe Jahr in Kleve, bevor sie gemeinsam nach Theresienstadt deportiert werden. Gustav Meyer ist zu dieser Zeit schon sehr schwach und muss auf einer Trage zum Bahnhof gebracht werden.
Das letzte, was man in Kleve von ihm hört, ist folgender Abschiedsbrief an seinen Freund Otto Schmidt, der während der schwierigen Zeiten immer wieder unterstützend für ihn und seine Familie sorgte. Meyer wusste, was ihm bevorsteht. Um seinen Freund und dessen Familie nicht zu gefährden, schrieb er ihn ohne Anschrift und unterschrieb ihn auch nicht.
„Lieber Freund und Frau!
Nun hat auch unsere Abschiedsstunde geschlagen, und wird man uns einer ungewissen Zukunft entgegenführen. Aber wie so vieles werden wir auch dieses ohne hadern tragen müssen. Man hat das Todesurteil über uns gesprochen, nur ist es noch nicht vollstreckt. Ich benutze nun die Gelegenheit um Dir auf diesem Wege ein letztes Mal „Lebewohl“ zu sagen. Gebe es die Zukunft, wann wir uns noch einmal wiedersehen werden. Alle Trostesworte, und diese sind uns in den letzten Tagen recht viele gesprochen worden, sind uns ein Beweis dafür, dass uns unsere Freunde noch nicht alle aufgegeben haben und unser Leid teilen.
Also lieber Freund ein letztes Lebewohl. Bleibe noch recht lange gesund und vergiss uns nicht.
Dein Freund Frau und Kind“
Gustav Meyer starb nur wenige Tage, nachdem er nach Theresienstadt gebracht wurde. Auch seine Frau und Tochter Alice überlebten den Holocaust nicht. Sie wurden 1944 nach Auschwitz gebracht und sind dort verschollen.

Johanna Meyer geb. Schieren
Gustav Meyer
Renate Meyer verh. Hirsch
Susi Meyer
Alice Meyer

An der Münze 7 – 9


Beitrag der Projektgruppe „Stolpersteine“ der Klassen 9 der Gesamtschule Kleve

Anfang der Zwanziger Jahre zog das Ehepaar Mandelbaum mit dem kleinen Sohn Max aus Polen nach Kleve. Der jüngere Sohn Heinrich wurde 1923 bereits in Kleve geboren. Hier in dieser Straße, die damals noch Klosterstraße hieß, wohnte die Familie im Haus Nr.15 und betrieb ein kleines Textilgeschäft. Während seine Eltern Fritz und Erna Mandelbaum sowie sein Bruder Max von den Nationalsozialisten ermordet wurden, überlebte Heinrich die Schreckenszeit. Über sein Leben wollen wir, Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 der Gesamtschule Kleve, berichten.

Am Anfang steht ein Foto. Es zeigt Heinrich im Jahre 1929. Stolz hält er die Schultüte in der Hand und blickt neugierig in die Kamera. Bis 1937 besuchte er acht Jahre lang die jüdische Volksschule an der Reitbahn neben der Synagoge. Anschließend fing er als Lehrling bei den Gocher Lederwerken an und fuhr jeden Morgen von Kleve mit dem Zug nach Goch.

Über den 10. November 1938 berichtet er später das Folgende: „Ich bin an diesem Tag wie gewohnt früh morgens nach Goch zur Arbeit gefahren. Von den Galleien aus konnte ich zwischen der Schwanenburg und der Stiftskirche die Synagoge brennen sehen..Gegen 10 Uhr wurde ich in das Büro des Abteilungsleiters gerufen und an Ort und Stelle fristlos entlassen. Das heißt, ich wurde rausgeschmissen, ganz einfach.“

Wenige Wochen später, am 6. Dezember, verließ Heinrich mit fünfzehn Jahren, alleine, nur mit einem Köfferchen, Kleve mit der Straßenbahn in Richtung Nimwegen. Die Niederlande nahmen jüdische Kinder auf, für die Erwachsenen war es weitaus schwieriger auszuwandern. Dort lebte er in verschiedenen Kinderheimen in Amsterdam und Arnheim und lernte den Beruf des Tischlers.

1940 besetzten die Deutschen die Niederlande und auch dort wurden nun die Juden verfolgt.

1942 wird Heinrich in das Durchgangslager nach Westerbork deportiert. Briefe, die er von seinen Eltern noch bis 1940 erhalten hat, Fotos und andere Erinnerungstücke, gehen verloren. In Westerbork lebt und arbeitet er – vom Transport zunächst zurückgestellt – bis 1944. Dann erfolgt der Abtransport in das Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Kurz vor der Befreiung versuchen die Nazis das Lager zu räumen und stecken noch Tausende Menschen in Züge mit dem Ziel Theresienstadt. Im April 1945 irrt der Zug, in dem Heinrich sich befindet, 14 Tage durch Deutschland, bevor er in Tröbitz in der Niederlausitz von russischen Truppen befreit wird. 550 Menschen haben diese Fahrt des „Verlorenen Transports“ nicht überlebt. Die Überlebenden sind halb verhungert und oftmals krank; auch Heinrich ist an Flecktyphus erkrankt. .

Zurück in den Niederlanden möchte Heinrich seinen Wunsch nach Palästina auszuwandern in die Tat umsetzen. Zunächst geht er nach Frankreich, wo er bei einem Ausflug nach Paris seine Frau Rachel kennenlernt, die er 1946 heiratet.

Im selben Jahr gelangt das Ehepaar Mandelbaum illegal per Schiff nach Palästina und kommt zunächst in ein britisches Durchgangslager und dann nach Tel Aviv. Heinrich, der sich jetzt Chanoch nennt, arbeitet wieder als Tischler. Besonders stolz ist er auf seine Mitarbeit an dem Tisch, an dem 1948 die Unabhängigkeit des Staates Israel verkündet wird.

In Israel trifft er einen Onkel wieder, der noch rechtzeitig aus Remscheid auswandern konnte. Von ihm erhält er das Foto von seiner Einschulung wieder. Als Postkarte war es 1929 an die Verwandten geschickt worden.

1989 kam Chanoch Mandelbaum zum ersten Mal wieder in seine Geburtsstadt. Die Stadt Kleve hatte ihre ehemaligen jüdischen Mitbürger eingeladen und er hatte diesen Besuch mitorganisiert.

Am Synagogenplatz, damals nichts als eine grüne Wiese, hielt er eine Ansprache. Der Zeitschrift Cellina sagte er in einem Interview: „Ich erinnere mich, dass Kleve ein wunderschönes, romantisches Städtchen war, und die Synagoge war eines der schönsten Gebäude in Kleve, direkt neben der Schwanenburg. Sicher habe ich als Kind auch positive Erfahrungen in Kleve gemacht, aber diese wurden ausgelöscht durch die furchtbaren Ereignisse in nationalsozialistischer Zeit.“

2002 veröffentlicht er in Jerusalem ein Buch über den jüdischen Friedhof in Kleve, das den Titel „Mögen ihre Seelen eingebunden sein im Bund des Lebens“ trägt. Mehrere Exemplare des Buches schenkt er den Klever Schulen. Im Forum der ehemaligen Landwirtschaftsschule an der Hoffmannallee erinnert seit 2006 eine Plakette an seinen Bruder Max, der im KZ Flössenburg ermordet wurde.

Am Ende unseres Beitrags steht wieder ein Foto. Es zeigt Chanoch Mandelbaum 2015 in einem Jerusalemer Altenheim. In den Händen hält er sein Buch über den jüdischen Friedhof in Kleve. Mit einem Freiwilligen von Aktion Sühnezeichen hat er begonnen seine Lebenserinnerungen aufzuzeichnen.

Das letzte Wort soll Heinrich Chanoch Mandelbaum selbst gehören: In einem Brief nach Kleve schrieb er Ende 2005 aus Jerusalem: „Ich habe mit meiner lieben Gattin seit 1946 hier ein neues leben angefangen und ich bin Gott sei Dank mit einer großen und schönen Familie gesegnet: 2 Töchter, 16 Enkelkinder und 22 Urenkel, eine positive Antwort an alle diejenigen, die uns vernichten wollten!“

Erna Ester Mandelbaum geb. Kreuzer
Fritz Feiwel Mandelbaum
Max Mandelbaum
Heinrich Chanoch Mandelbaum

Herzogstraße 29 – 31 und An der Münze 10 – 14

Amalie Bernhard geb. Schieren
Helene Meyer geb. Bernhard
Max Meyer
Werner Meyer 

Stolpersteinverlegung am 10. Juli 2017

Stolpersteinverlegung am 10. Juli 2017   ·   Beginn 10:00 Uhr am Fischmarkt

Große Straße 90

Anna Adelheid Neugeboren geb. Cosman

Jacob Kurt Neugeboren

Liselotte Neugeboren

Hanna Neugeboren

Stechbahn 1

Hans Levy

Hagsche Straße 8 – 10

Regine Leffmann geb. Kaufmann

Hagsche Straße 27

Amalie Rosenbaum

Hagsche Straße 66 – 68

Lotte Spier geb. Weyl

Dr. Ernst Spier

Hagsche Poort 10

Josefine Klein

Kasinostraße 2

Dorothea Ballizany geb. Cosman

Wilhelm Ballizany

Siegfried Cosman

Spender- & Patenliste

Werner van Ackeren, Kleve
Dr. Christel und Hans Andler, Überlingen
Gila und Franz van de Braak, Kleve
Familie Walter van Briel, Kleve
Eva-Maria Delbeck, Kleve
Silvia Derith, Kleve
Harald Dikkers, Kleve
Anne und Herbert Driessen, Kleve
Gesamtschule Kleve
Gesellschaft für internationale Begegnungen e.V. Kleve
Katharina Getlinger-Wessing, Kleve
Bettina und Josef Gietemann, Kleve
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Kleve
Kardinal-von-Galen-Gymnasium, Kevelaer
Kristina und Klaus Hegemann, Kalkar
Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.
Jan Willem van het Hekke, Kleve
Paul-Josef Heister, Kleve
Dr. Barbara Hendricks MdB, Bundesministerin, Kleve
Hugo Hendricks, Kleve
Manfred Hermsen, Goch
Edeltraut und Edgard Hoffmann, Kleve
Marianne und Klaus-Werner Hütz, Kleve
Beate Ihle-Fischer, Kleve
Interessensgemeinschaft Klever Allgemeinärzte
Zofia Jakubowicz, München
Evangelische Kirchengemeinde Kleve
Matthias Klein, Kleve
Dagmar u. Norbert Klören, Berlin
Margo Bromont-Koken und Detlev Koken, Kleve
Fritz Kup, Bedburg-Hau
Ingrid de Lange, Kleve
Monika de Lange, Bedburg-Hau
Manfred Lichtenberger, Kleve
Jutta Lohaus, Kleve
Eva und Nils Looschelders, Kleve
Ursula und Willy Looschelders, Kleve
Monika Lueb u. Winfried Wigge, Bad Dürkheim
Inge Matas, Kleve
Praxis Dieter Messing, Kleve
Karin und Hans Meyer, Kleve
Meyers Buchhandlung
Sonja Northing, Bürgermeisterin, Kleve
Karola u. Theo Osterkamp, Kleve
Ulrich Pauls, Kleve
Andrea Peters, Kleve
Marie-Luise u. Johannes Pruys, Kleve
Förderverein der Realschule Kleve, Hoffmannallee e.V.
Ingrid und Klaus Riße, Kleve
Uta Rode und Winfried Keßler-Rode, Kleve
Rotary Club Kleve
Brigitte Rütten, Kleve
Barbara Samel, Kleve
Scheerer Hörakustik GmbH, Kleve
Gertrud Schepers, Kleve
Wilfried Schöning, Kleve
Isabelle und Bernhard Schröer, Kleve
Sparkasse Rhein-Maas
Beate Steinberg, Kleve
Anne und Wolfgang Tyssen, Kleve
Irmgard und Edmund Verbeet, Kleve
Ursula u. Hermann Vorwerg, Kleve
Waltraud Wacker, Kleve
Kirsten Wessing
Manfred Wigge, Bedburg-Hau
Heribert Willems, Kleve

Es geschah mitten in Kleve – Warum Stolpersteine?

Es geschah mitten in Kleve

Vortrag, gehalten auf der Veranstaltung zur Erinnerung an das Novemberpogrom von 1938 auf dem Synagogenplatz in Kleve am 9. November 2016

Helga Ullrich-Scheyda

Ostern 1934 musste der 11jährige Ernst Leffmann das Staatlichen Gymnasium in Kleve verlassen. Sein Klassenlehrer war Hans Schwarz gewesen, der sich seit fast zwei Jahrzehnten um das Klever Musikleben verdient gemacht hatte, nun aber in SA-Uniform in die Schule kam und sich vor allem durch antijüdische Hetze gegenüber seinem Schüler hervortat.
Ernst war zunächst vom Schulunterricht suspendiert, dann nach Protest des Vaters noch einmal zugelassen worden. Doch schließlich machten ihm die Anfeindungen ein Verbleiben auf dem Gymnasium unmöglich.
Hierzu trugen sicher seine Mitschüler bei – darunter der Sohn des damaligen Kreisleiters Alwin Görlich. Dessen Bericht hatte immerhin zur Folge, dass ein Lehrer der Klasse von der SA aus der Schule abgeführt und im „Braunen Haus“, der Parteizentrale, vernommen wurde. Er hatte den Schülern verboten, während des Unterrichtes zu singen – und zwar das Horst-Wessel-Lied.

1931 konnte man beim VfB 03 Kleve die Meisterschaft feiern. In der Festschrift von 1953 wurden die Verdienste, die Wilhelm Haas hieran hatte, noch ausführlich gewürdigt.
„1928 wurde Willy Haas von den Klever Lederwerken Fußballobmann. In zäher Kleinarbeit und unter großen persönlichen Opfern hielt Willy Haas das Ziel vor Augen, „seinen VFB“, an dem er mit ganzem Herzen hing, wieder nach oben zu führen.
Haas hatte den Verein auch finanziell großzügig unterstützt und war, ebenso wie sein Bruder Dr. Gerhard Walter Haas, der 1931 die Leitung der Jugendabteilung übernommen hatte, eng mit dem Vereinsvorsitzenden Josef Frenken befreundet. Nach 1933 zerbrach diese angebliche Freundschaft. Frenken trat in die NSDAP, die SA und später die SS ein und sorgte als Landgerichtsrat dafür, dass die nationalsozialistische Rechtsauffassung auf der Schwanenburg zur Geltung kam. Gerhard Haas, ebenfalls Richter, verlor schon 1933 aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums seine Stellung.
Der VFB galt nun als „Gestapo-Verein“.

Seit 1933 wurde die Gaststätte des Hotel Benedict in der Großen Straße, immer wieder von SA-Schlägertrupps heimgesucht, die die Einrichtung demolierten und die Gäste belästigten. Der Inhaber Gustav Meyer war SPD-Mitglied, in den 1920er Jahren Stadtverordneter und bis 1933 im Vorstand der Sparkasse gewesen. Die Gaststätte war Stammlokal der SPD und der Eisernen Front. Meyer erlitt große wirtschaftliche Einbußen und auch seine Gesundheit nahm Schaden. 1936 sah er sich gezwungen, Betrieb und Gebäude zu verkauften. Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen nach 1945 war es der Pächter der unmittelbar gegenüberliegenden Gaststätte „Zum Schwänchen“, der die Schlägertrupps geschickt hatte, nicht weil der etwas gegen Juden hatte, sondern weil es eine günstige Gelegenheit war, einen unliebsamen Konkurrenten auszuschalten.

Seit etwa 1935 wurden die Tiere des Viehhändlers Bernhard Gonsenheimer als „Judenvieh“ gekennzeichnet und beim Verkauf entsprechend schlecht bewertet.

Die Familie des Tierarztes Dr. Max Wolff organisierte im Juli 1939 die Auswanderung nach England und versuchte Teile ihres Besitzes mitzunehmen – darunter vier wertvolle Truhen, zwei aus dem 18. Jahrhundert.
Obwohl der Regierungspräsident in Düsseldorf die Ausfuhrgenehmigung erteilt hatte, wurden die Truhen, als „deutsches Kulturgut“, an der Grenze beschlagnahmt. Da keine Möglichkeit mehr zum Umpacken bestand, verlor die Familie auch Umzugsgut, das sich in den Truhen befand. Die vier Truhen kamen ins Klever Heimatmuseum.

Der frühere Leiter des Finanzamtes Werner Lehmann berichtete 1953 von einer Beobachtung, die er zufällig von der Terrasse des Hotels Bollinger aus gemacht hatte: „Aus einem jüdischen Haus schräg gegenüber wurden durch einen Kriminalbeamten der Stadt Kleve Möbel und Hausrat herausgeholt und die jüdische Familie aus der Wohnung ausquartiert.“
Was er da sah, war der vorletzte Schritt der Vernichtung jüdischen Lebens in Kleve: die zwangsweise Einweisung der Juden in das sogenannten Judenhaus in der Klosterstraße im November 1941, darunter auch die Bewohner des Hauses in der Kavarinerstr. 42 – schräg gegenüber von Bollinger.
Aus dem Bericht wird deutlich, dass sich dies tatsächlich im hellen Tageslicht abgespielt hat und jeder, der es sehen wollte, es hätte sehen können.
Lehmann selbst – so führte er weiter aus -, kümmerte sich nicht weiter um die Vorgänge, da seine Behörde nicht daran beteiligt war.
Das Finanzamt war allerdings für anderen Maßnahmen zuständig:
für die Erhebung der sogenannten „Reichsfluchtsteuer“, für die „Verwaltung jüdischen Vermögens“, was nicht anderes hieß, als der legalisierte Raub sämtlicher Vermögenswerte von Juden nach ihrer Emigration bzw. Deportation und für die Einziehung und Verwertung des Besitzes der Deportierten. Der Vollziehungsbeamte des Finanzamtes leitete die öffentliche Versteigerung der beschlagnahmten Sachen – in Kleve fanden diese in der Gastwirtschaft Pauls am Großen Markt statt – und er überwies den Erlös an die Oberfinanzdirektion Düsseldorf.
Aufgrund einer Anordnung der Oberfinanzdirektion hatte das Finanzamt seit 1942 sogar den ersten Zugriff auf das Mobiliar der Deportierten und auf die – auch nach dem Krieg noch so bezeichnete – „Judenwäsche“. Sie wurde im Finanzamt an die Mitarbeiter verkauft. Lehmann erinnerte sich 1962 daran, dass „im Sitzungsaal auf den langen Tischen ein Berg Wäsche lag, der offensichtlich aus jüdischen Haushalten stammte.“
Wie allerdings die Verwertung erfolgte, daran konnte er sich nicht mehr erinnern.

Nazis fielen nicht 1933 vom Himmel und verschwanden auch nicht 1945 wieder im Weltall.
Antisemitismus und religiös begründeten Antijudaismus gab es auch in Kleve schon vor 1933.
Der fundamentale Unterschied war, dass mit der sogenannten „Machtergreifung“ der Antisemitismus zu offiziellen Leitlinie staatlicher Politik wurde.
Der Staat war es, der eine schon vorher ausgegrenzte Gruppe, eben „die Juden“ als „schädlich“ oder „feindlich“ definierte und die Diskriminierung durch Propaganda und Gesetzgebung legitimierte und legalisierte.
Lebensumstände und Maßnahmen galten so als normal, auch wenn sie es in Wirklichkeit ganz und gar nicht waren. Hinzu kamen oft banale Motive, die zum Mitmachen verleiteten: der Wunsch nach Zugehörigkeit zu der bestimmenden Gruppe, Missgunst, Neid, Desinteresse aber auch beruflicher Ehrgeiz und berufliche Routine.
Es war nicht nur staatliche Gewaltandrohung, die große Teile der Bevölkerung dazu brachte den Nationalsozialisten zu folgen, sondern auch tatsächliche Zustimmung – gegründet auf die Aussicht auf ein besseres Leben innerhalb der NS-Volksgemeinschaft, die uns heute unbegreifliche Faszination Adolf Hitlers und seine Verheißung Deutschland wieder zu alter Größe zu führen.
Auch wenn diese Zusammenhänge in der historischen Forschung heute weitgehend unbestritten sind, ist es erschreckend, wie schnell das alles in Kleve zu wirken begann, in einer kleinen katholisch geprägten Stadt, in der Juden und Nichtjuden jahrzehntelang zusammengelebt und -gearbeitet hatten.
Die Klever Schulen schon waren schon 1934 wie es damals hieß „judenfrei“.
Boykottmaßnahmen gegen jüdische Geschäfte setzten in Kleve schon im März – also vor den reichsweit angeordneten Boykotten am 1. April – ein und sie waren so effektiv, dass ein großer Teil der jüdischen Geschäftsinhaber nach kurzer Zeit aufgeben musste. 1938 gab es nur noch das Kaufhaus Leffmann, das dann in der Pogromnacht, nachdem die Synagoge niedergebrannt worden war, völlig zerstört wurde.
Erst nach dem Pogrom wurde Juden der Besuch „deutscher“ Schulen und eine selbstständige Tätigkeit in Handel und Handwerk von staatlicher Seite verboten.

Die Zahl derjenigen, die dabei mitwirkten, war groß.
Um das verbrecherische System zu stützen, genügten einige fanatische Parteigänger und viele willige Helfer, die „nur ihre Pflicht“ taten. Sie mussten selbst nicht einmal Nationalsozialisten sein.
Wie schrieb Gottlieb Brodowski, der Vollziehungsbeamte des Finanzamtes, der für die Einziehung und Verwertung des jüdischen Besitzes nach der Deportation zuständig war, in seinem Entnazifizierungsverfahren:
„Ich habe 40 Jahre unter sämtlichen Regierungen meine Pflicht getan und wenn man mich nicht entlassen hätte, würde ich meine Pflicht heute genauso erfüllen, wie auch früher. “

Viele durften im Gegensatz zu Brodowski auch nach 1945 „ihre Pflicht“ tun.

Zu den Parteigängern und Helfern kam dann noch eine große schweigende – aber oft profitierende Mehrheit.

Die jährliche Gedenkveranstaltung auf dem Synagogenplatz ist wichtig.
Der 9. November 1938 markiert eine neue, dramatische Stufe in der Judenverfolgung. Es war der Beginn des offenen Terrors gegen die noch in Deutschland lebenden Juden. Viele Klever, so erfährt man aus Zeitzeugenberichten, missbilligten die Gewalt und waren entsetzt über den Brand einer Synagoge.
Aber das Verbrechen begann früher und es ging weiter.
Und daher gehört Erinnerung und Mahnung auch dort hin, wo die Menschen gelebt haben, wo sie normale Klever Bürger und Teil der Klever Gesellschaft waren, bis sie 1933 abrupt aus ihrem Alltag gerissen wurden.
dort hin, wo sie ausgegrenzt, entrechtet und gedemütigt wurden, wo sie ihre berufliche Existenz verloren, wo man sie ausplünderte, von wo sie flüchteten, von wo sie zwangsweise umgesiedelt und schließlich in die Ghettos und Vernichtungslager deportiert wurden.

Und daher werden ab dem 22. November 2016 auch in Kleve Stolpersteine verlegt – die ersten dort, wo der Finanzamtsleiter Lehmann das Unrecht vom Hotel Bollinger aus nicht sehen wollte – in der Kavarinerstraße und der Tiergartenstraße.
Hierzu lade ich Sie alle ganz herzlich ein.

Lageplan der verlegten Stolpersteine

Kleve erwartet im Herbst die erste Verlegung. Hier sehen Sie, in welchen anderen Städten solche Steine die Erinnerung wach halten.

stolpersteine-guide.de

Video zu einer Stolpersteinverlegung

 

Das Projekt

Im November 2016 hat der Verein „Haus der Begegnung – Beth HaMifgash“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Kleve mit der Verlegung von Stolpersteinen für ehemalige Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kleve begonnen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Für Kleve hat dies eine besondere Bedeutung, da 1933 ca. 150 Juden in der Stadt wohnten, die in die Gesellschaft integriert waren und nach 1933 verfolgt und terrorisiert wurden.

Die Aktion „Stolpersteine“ wurde 1992 von dem Kölner Künstler Gunter Demnig gestartet und ist inzwischen in zahlreichen deutschen und anderen europäischen Städten realisiert worden. Die Stolpersteine werden vor dem Haus verlegt, das als letzte freiwillig gewählte Wohnstätte vor Beginn der NS-Verfolgung bekannt ist. Durch sie werden die Namen der einstigen Bewohner wieder in das Gedächtnis der Stadt zurückgeholt.

sucht Unterstützer

Nach der ersten Verlegung im November 2016 stehen in den folgenden Jahren weitere Verlegungen an, bei denen der Verein „Haus der Begegnung – Beth HaMifgash“ auf Unterstützung angewiesen ist. Diese kann auf vielfältige Weise geleistet werden:

Geld: Ein Stolperstein kostet 120 EUR. Zusätzlich anfallende Verlegekosten trägt die Stadt Kleve. Für gut die Hälfte der Stolpersteine wurde bereits gespendet, über weitere Spender würde sich der Verein sehr freuen. Paten: Klever Bürger­Innen, Schulkassen, Vereine oder Unternehmen können Patenschaften übernehmen – für einen bestimmten Stein oder allgemein zur Unterstützung des Projekts. Lebendiges Interesse: Die Stolpersteine halten die Erinnerung im Alltag lebendig. Sie bieten Anlässe, sich mit den Lebensgeschichten zu beschäftigen. Schulklassen, Paten und interessierte Bürger­Innen werden dabei von Haus Mifgash unterstützt. Die Historikerin Helga Ullrich-Scheyda hat schon viele For­schungs­ergebnisse gesammelt und führt diese Arbeit gemeinsam mit der AG Geschichte im Haus Mifgash fort.

Möchten Sie mehr über die Stolpersteine wissen oder aktiv werden, wenden Sie sich bitte an unsere Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda: helga@scheyda.de 

Spenden bitte an:

Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.

IBAN DE28 3245 0000 0030 0170 81
Verwendungszweck: Stolpersteine, ggf. plus Name der jüdischen Familie. Spendenbescheinigungen werden zugesandt.

Termine und Informationen zu weiteren Verlegungen unter: www.mifgash.de