Rundbrief akut!

Liebe MitbewohnerInnen in unserem Haus der Begegnung,

es gibt leider wieder einmal einen dringenden Anlass für diesen Sonderrundbrief: Srecko Demirovic, besser bekannt als Cece, (der wunderbare Akkordeonist in KLEFOR, der so gerne mehr Triller als normale Töne spielt), und seine Familie sind aufgrund der Entscheidungen der Klever Ausländerbehörde von Abschiebung bedroht – für Cece ist die Rückkehr nach Serbien aufgrund seiner schweren, chronischen Erkrankung nachweislich lebensbedrohend, Tochter Viktorija hat als erste und einzige Schülerin des Vorbereitungslehrgangs am Berufskolleg schon im ersten Jahr (sogar schon im zweiten Monat) den Übergang in eine reguläre Ausbildung als Frisörin geschafft. Dafür sieht das Gesetz die Ausbildungsduldung verpflichtend vor, aber es gibt eine Ausnahme für Balkanflüchtlinge, (die unseres Wissens aber so scharf nur in Kleve angewendet wird.)

Lesen Sie/lest bitte alles in dem beigefügten Schreiben (unten als Text, danach als pdf). Jede Unterschrift ist wichtig und hilft. Den Antrag bei der Härtefallkommission werden wir am Freitag stellen. Wenn bis dahin, sporich bis heute abend, 22 Uhr, schon einige Unterstützerschreiben bei mir eingegangen sind, ist das sehr gut. Wir können Unterschriften aber auch noch nachreichen.Es wäre gut, wenn ich die weiteren Unterschriften bis 17.1. bekommen könnte. Die Härtefallkommission kann und soll – anders als die Behörde, die nur aufgrund des Asylgesetzes tätig werden kann – auch humanitäre Gründe und gute Integration berücksichtigen. Somit gibt es realistische Hoffnung auf ein Aufenthaltsrecht für die Familie.

Wer wenig Zeit hat, kann gerne den Text in eine E-Mail kopieren und ihn mir nur mit maschinengeschriebener Unterschrift zurücksenden. Ansonsten wäre am besten Ausdrucken, Unterschreiben (ggf. weitere Unterschriften Sammeln) und eingescant oder per Post Zurückschicken an Thomas Ruffmann, Vossegatt 27, 47533 Kleve bzw. thomas.ruffmann@mifgash.de

Und noch eine Bitte: Das Unterstützerschreiben soll im Moment noch nicht über Facebook oder andere soziale Medien veröffentlicht werden. Der Antrag an die Kommission sollte erst gestellt sein, bevor wir das tun. Herzlichen Dank im voraus für die Unterstützung, die schon allein für die Moral der Familie ganz wichtig ist …

Thomas Ruffmann


Rundbrief vom 8. Dezember 2017

Liebe Mitglieder,

die Family Singers Pfalzdorf präsentieren am Sonntag, 10.12., um 17 Uhr in der Stadthalle KLeve ihr neues Musical Subway all-ein. Dringender Tipp: Hingehen, und das nicht nur, weil der Erlös des Abends für die Arbeit von Haus Mifgash gespendet wird (wofür wir an dieser Stelle schon mal herzlich danken.) Das Musical ist ausverkauft!

Es ist ein ewig aktuelles Thema, mit viel Schwung, Engagement und musikalisch-schauspielerischem Können in über einjähriger Probenarbeit umgesetzt und jetzt zuerst in Kevelaer und dann am Sonntag in Kleve auf die Bühne gebracht.

Hier kann man viel mehr erfahren und auch den Trailer anschauen:

https://www.subway-all-ein.de/%C3%BCber-das-musical.html

Karten gibt es zum Preis von 21,– /ermäßigt 11 EUR beim Bürgerbüro Kleve und an anderen Stellen (siehe Website …)

Und dann hat unser Verein mal wieder etwas Überraschendes zu vermelden. Am 12.12. ist die Presse in den Mifgash-Laden in der Kavariner Str. eingeladen, aber unsere Mitglieder sollen es schon jetzt erfahren. Gerade gestern sind sie druckfrisch von der Druckerei gekommen und von vielen helfenden Händen eingetütet worden: 14 historische Postkarten mit Ansichten vom Synagogenplatz/Reitbahn/Schwanenburg, als Mäppchen ab 12.12. zum Preis von 7,90 EUR erhältlich (Preismeldung unter Vorbehalt) . Wir wollen damit aufmerksam machen auf unsere Planungen zum Bau des Hauses der Begegnung an diesem geschichtsträchtigen Ort – und auch ein klein wenig zur Finanzierung der nächsten Arbeitsschritte beitragen Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:

Mit herzlichen Grüßen

Thomas Ruffmann

 


Rundbrief vom 24. Oktober 2017

Liebe Mitglieder und FreundInnen,

unsere kleine Befragung im letzten Rundbrief hat ergeben, dass fünf (!) Mitglieder eine regelmäßige Möglichkeit zum Austausch wie den Küchentisch wünschen – auch wenn sie selbst nicht immer dabei sein können. Wir unterstellen einfach, dass viele von Ihnen/Euch das ähnlich sehen … und haben uns einiges Neue überlegt, um dieser Einschätzung eine Chance zu geben. Natürlich auch deshalb, weil der Vorstand selbst es ganz wichtig findet, dass mehr zwischenmenschliche Kommunikation im Verein laufen kann. Lesen Sie also bitte weiter – lest hier weiter:

„Rons Kaffeestunde“ – oder „Teetrinken mit dem Vorstand“
Freitags von 16 bis 17 Uhr trinkt der Vorsitzende seinen Kaffee fortan nicht mehr allein, sondern im Mifgash-Laden an der Kavariner Str. Die Idee ist, dass man jede Woche zu dieser Stunde ihn oder andere Mitglieder des Vorstands treffen kann – zu einem Plausch, oder aber auch zu großen Strategiegesprächen. Je nach Bedarf. Tee und Wasser gibt es auch immer. Was dann noch passiert und wen man sonst noch trifft, das ist eine der kleinen Überraschungen im Leben. Zum ersten Mal also am 27.10., von da an wöchentlich.

Das KLEFOR im Haus Mifgash hat am Montag, 30.10., um 10 Uhr die Ehre, die EInführungsfeier für 300 neue LehramtsanwärterInnen in der Klever Stadthalle musikalisch zu umrahmen – und dadurch für die Ideen und Ziele von Haus Mifgash zu werben.

Am selben Montag, 30.10., um 19 Uhr gibt es nach längerer Pause einen Neustart der Nachbarschaftsmusik mit dem Klever Freundschaftsorchester KLEFOR im Caritas Kontaktcafé, Hoffmannalllee 66-68 (Eingang von der Hofseite). Viele neue MusikerInnen haben sich angekündigt. Wir sind total gespannt! Alle Menschen, die Musik lieben, sind willkommen – zum Mitmachen in der einen oder anderen Weise oder auch nur zum Zuhören und Tanzen. Zukünftig ist geplant, dass die Nachbarschaftsmusik nicht mehr wöchentlich stattfindet – sondern ca. einmal im Monat an einem Wochentagabend als Workshop/Session für alle, ob Badewannensängerin oder Profi. Dazu einmal alle 4 bis 6 Wochen ein thematischer Workshop am Wochenende, evtl. in mehreren Gruppen, je nach Instrumenten und Niveau.

Der Große Küchentisch findet nach längerer Pause am Montag, 6. November, wieder im Kontaktcafe Caritas statt. Ab 17.00 Uhr wird gekocht, melden Andrea und Michael, diesmal mit einer Gruppe von Irakern. Gegen 18.30 Uhr – so genau weiß man das nie – könnte das Essen auf dem Tisch stehen. Finanziert wird die Aktion dadurch, dass anschließend ein „Hut“ herumgeht, in den jeder das hineintun kann, was ihm möglich ist. – Für die Planung wäre es hilfreich, wenn Sie uns bis zum 31. Oktober sagen könnten, ob Sie teilnehmen werden und ob Sie Interesse daran haben, sich am Kochen und Vorbereiten zu beteiligen. Bitte kurze Mail an michael@meuten.com

Am Donnerstag, 9.11. um 15 Uhr, sind wir alle herzlich eingeladen zur Gedenkfeier für die Opfer der Pogromnacht in Kleve – wie immer am Synagogenplatz unterhalb der Schwanenburg, anschließend Gelegenheit zu Gesprächen bei Kaffee und Tee im nahe gelegenen Kolpinghaus.

Am Samstag, 11.11., schließlich haben die DeutschlehrerInnen im Haus Mifgash eine Busexkursion zur DASA in Dortmund organisiert. Es sind noch genügend Plätze frei – man möge also gerne noch Geflüchtete aus dem eigenen Umfel ansprechen und einladen! Siehe Anlage!

Herzlich, im Namen des Vorstands

Thomas Ruffmann


Rundbrief vom 4. Oktober 2017

Liebe Mitglieder, liebe FreundInnen,

zunächst eine formlose Mini-Umfrage: Der große Küchentisch pausiert ja schon etwas länger, unser Mifgash-Laden hat sich noch nicht zu dem informellen Treffpunkt für Mitglieder und Neugierige entwickelt, der er immer auch sein sollte … im Verein gibt es einige Stimmen, die eine (un)regelmäßige Austauschmöglichkeit vermissen. Auch gibt es neue Mitglieder und Interessierte, denen wir zur Zeit kein Angebot zum zwanglosen Kennenlernen des Vereins machen können. Wie geht es Ihnen/Euch? Würdet ihr gerne ein- oder zweimal im Monat die Gelegenheit nutzen wollen, sich zum Austausch über wichtige (Vereins-)Themen und zum besseren Kennenlernen zu treffen? Denkbar wären z.B. thematische Gesprächstermine (mit kleinem Mitbringbüffet) oder ein „Jour fix“, an dem zuverlässig einige Vorstandsmitglieder anzutreffen sind oder … Was wünschen Sie sich, was würdet ihr nutzen? Jede Antwort zwischen 2 und 200 Wörtern wird uns erfreuen und helfen bei der Planung.
Herzliche Grüße,
Thomas Ruffmann


Rundbrief vom 10. September

Liebe Mitglieder,

ich bitte um Verständnis, dass ich heute einen sehr persönlichen, traurigen und (an)klagenden Rundbrief schreibe. Der Anlass ist leider überhaupt kein besonderer, sondern Regelfall in unserer deutschen Republik. Die Regierungen sprechen zwar weiterhin von Willkommenskultur und Integration, betreiben aber de facto eine Politik der Abschreckung und des Zurückstoßens – im Mittelmeer, in Griechenland, und auch in Deutschland selbst. Hier heißt das Ganze „Abschiebung“ oder aber – zynisch und verfälschend – „freiwillige Ausreise“.
In dieser Woche müssen wir also Lebewohl sagen zu Elvis und Sanela Bajramov und ihren Kindern Bajram, Kevin, Sultan, Abdul und Emrin. Vielen von uns, besonders im Orchester KLEFOR, sind sie ans Herz gewachsen, sie sind unsere Freunde geworden seit langem. Im März/April haben wir ihr Schicksal im Rundbrief beschrieben – insbesondere auch das unrechtmäßige Vorgehen des BAMF, wodurch ihnen die Möglichkeit zur Klage genommen wurde – und zu einer Spendenaktion aufgerufen. Das Ergebnis will ich an dieser Stelle gerne mitteilen: Durch die Spenden von Mifgashmitgliedern und vielen weiteren Menschen in Kleve konnte die Familie ein kleines Häuschen in Skopje kaufen, so dass sie nun zumindest ein Dach über dem Kopf haben, wenn sie ankommen in dieser Stadt, in der sie niemanden kennen. Das Haus hat keine Fensterrahmen und kein Fensterglas und – natürlich – weiß die Familie nicht, wie sie Arbeit finden und wovon sie leben kann. Zuallererst aber haben sie Angst vor den unkalkulierbaren Übergriffen der Grenzbeamten. Viele Rückkehrer in der letzten Zeit wurden gezwungen, eine „Strafe“, de facto ein Erpressungs- oder Schutzgeld zu zahlen. Konnten sie das nicht, wurde meist die Mutter ins Gefängnis gesteckt und der Vater musste draußen sehen, wie er das geforderte Geld auftreiben kann. – Das Flugzeug geht am Donnerstag ab Dortmund. So werden dann fast alle unsere Roma-Freunde und Musiker wieder in Serbien und Mazedonien sein. Dass sie als Kinder in Deutschland zur Schule gegangen sind, dass ihre Kinder wiederum gut gelernt haben in der Schule und hier integriert sind, das zählt nicht. Dass die Nazis ebenso wie die Juden auch die Roma systematisch verfolgt und eine halbe Million von ihnen ermordet haben, und dass daraus eine besondere Verpflichtung für unser Land erwächst gegenüber denjenigen, die heute bei uns Zuflucht suchen, davon will die offizielle Politik überhaupt nichts wissen. Das die EU eine Dekade der Inklusion der Roma ausgerufen hat, in der von 2005 bis 2015 wenig passiert ist, weiß kaum ein Mensch. Wie schon in den 90er Jahren schränken wir das Asylrecht in dem Moment erneut ein, in dem es von vielen Schutzsuchenden in Anspruch genommen wird.

Nun kommt die erste Bitte: Wir suchen noch eine Fahrerin oder einen Fahrer für die Fahrt zum Flughafen. Abflugszeit erfahren wir erst am Montag. Insgesamt brauchen wir 2 Autos oder einen Kleinbus. Benzinkosten erstattet unser Verein.
Die zweite Bitte: Die Familie hat nur einen Koffer, braucht aber insgesamt 5 Koffer oder große Reisetaschen. Wer hat zuhause noch so etwas, das nicht gebraucht wird? Am besten am Montagabend abgeben, denn … hier folgt …
die Einladung: Wir von KLEFOR wollen gerne ein Abschiedsessen organisieren – mit Musik natürlich … Dazu laden wir alle, die den Bajramovs Lebewohl und Auf Wiedersehen (ja!!!) sagen wollen, herzlich ein für Montag, 11.9., 19.30 Uhr, ins Caritas-Kontaktcafé. Wir wollen wieder ein Mitbring-Büffet aufbauen. Wer kann, möchte bitte etwas für das Büffet mitbringen!

Und dann noch eine ganz andere Bitte: Wer kann helfen – mit Anhänger oder Transporter – zwei große Werktische aus der Stadthalle abzuholen und nach Niel zu fahren, wo wir sie unterstellen dürfen, bis wir geeignete Räume für das Kreativhaus im Haus Mifgash gefunden haben. Die Tische sind viel zu schade zum Wegwerfen, sie haben erst im Canisius Center, dann im Mifgash Laden für das Kinder- und Familienprojekt mit Bassam, Ruth und Magda gute Dienste geleistet. Im Moment müssen die drei pausieren, und die Möbel sollen jetzt schnell aus ihrem Zwischendomizil in der Stadthalle heraus. Die anderen Möbel, alte grüne Schultische vor allem, müssen wohl auf den Sperrmüll gebracht werden. Wer helfen kann, melde sich bitte bei mir, T.R.

Das nächste Konzert von KLEFOR ist am Sonntag, 17.9., um 16 Uhr, auf dem Zeelandschen Hof, 500m hinter der Hömischen Mühle zwischen Keeken und Niel, just hinter der Grenze auf niederländischer Seite. Wir spielen dort im Rahmen des 3UferFestivals. Wie das ohne Elvis an der Darabuka gehen soll, können wir uns kaum vorstellen. Das Programm insgesamt ist riesengroß und bunt und von hoher Qualität. Hier ist alles zu finden – nicht wundern, unser Konzert steht noch gar nicht drauf … https://www.3oeverfestival.nl/nl/programma/muziek?layout=timeline&start=40

Eine weitere EInladung hat durchaus auch mit dem Schicksal der Bajramovs und der Flüchtlingspolitik zu tun: 3 Tage vor der Wahl
am Donnerstag, 21. September, stellen sich die BundestagskandidatInnen im Wahlkreis KLeve unter anderem den Fragen zu sozialer Geechtigkeit, Klimaschutz, und Innenpolitik und eben auch zur Flüchtlingspolitik. Moderator ist der Chefredakteur der Bistumszeitung „Kirche und Leben“, Dr. Christof Haverkamp. Die Veranstaltung im Kolpinghaus KLeve , Kolpingstraße 11, beginnt um 19:30 Uhr.

Soweit dieser Rundbrief. Es grüßt herzlich im Namen des Vorstands

Thomas Ruffmann


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