Berichte

Mifgash Rundbrief 10. Februar 2017

Weitere 23 Stolpersteine für Kleve
Verlegung am 16.02.2017 – Beginn 14.00 Uhr – Lindenallee 34

Sehr geehrte Damen und Herren,
nach der unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit im November 2016 erfolgten Verlegung der ersten Stolpersteine werden nunmehr weitere 23 Stolpersteine in Kleve verlegt.

Vor fünf Häusern in der Innenstadt von Kleve wird der Künstler Gunter Demnig am 16.02.2017 ab 14.00 Uhr die Steine ins Straßenpflaster einbringen. Die in Messing geschlagenen Namen und Daten der Opfer sind Zeugnis eines Abschnitts der Stadtgeschichte. Bis dahin in der Klever Gesellschaft hochangesehene Bürger wurden spätestens ab 1933 systematisch ihrer Unternehmen, ihres Eigentums und ihrer Gesundheit beraubt, vielfach fanden sie den Tod in Konzentrationslagern.

Bei der Vorbereitung der Verlegung der Stolpersteine am 16.02.2017 hat der Arbeitskreis Geschichte von Haus Mifgash wiederum Wert daraufgelegt, Schulen und Bürger zu beteiligen. So werden nach einer Begrüßung durch Bürgermeisterin Sonja Northing an drei Verlegestellen Klever Schulen mitwirken: Die Ganztagsrealschule Hoffmannallee zur Familie Weyl (Lindenallee 34), die Sekundarschule zur Familie Leffmann (Hagsche Str. 9) und die Gesamtschule zur Familie Mandelbaum (An der Münze 9). Die Städtische Singgemeinde Kleve wird zum Gedenken an ein Mitglied aus der Familie Weyl vor dem früheren Wohnhaus dieser Familie „Verleih uns Frieden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zu Gehör bringen. Bei dieser Verlegung wird die mit ihren Eltern im Lager Westerbork/NL internierte Frau Eva Weyl und deren Sohn anwesend sein.

In seiner Eigenschaft als Stadtverordneter gedenkt Josef Gietemann des SPD-Stadtverordneten Gustav Meyer, dessen Gaststätte (Große Str. 14 -16) häufiger von SA-Schlägertrupps demoliert wurde. Zum Abschluss wird Reinhard Berens an den Kinobetreiber Max Meyer („Lichtspielgesellschaft m.b.h. Cleve“ – Herzogstr. 29/An der Münze 10) erinnern; im Anschluss wird Herr Berens im Hotel The Rilano die Problematik „Information und Propaganda“ im NS-Staat thematisieren und in diesem Zusammenhang eine historische UFA-Wochenschau auf die Leinwand bringen.